Wir über uns

Unser Verein

Die Geschichte unserer Kirmesgemeinde beginnt mit der Bebauung des Stadtbergviertels. Bereits in den 1930er Jahren wurde am Böhntalsweg eine Straßenkirmes gefeiert. Ein Foto aus jenen Jahren zeigt einen geschmückten Kirmesbaum im Bereich der unteren Arndtstraße. Die Kirmersfreunde um den Kaufmann Heinrich Windolf (1888-1973) legten damit gewissermaßen den Grundstein unserer Vereinstätigkeit. Während des zweiten Weltkrieges ruhten die Aktivitäten ( zumindest offiziell ).

Seit 1950 wurde die Kirmes bei uns nun ununterbrochen begangen. Somit soll dieses Jahr als "amtliches" Gründungsdatum der Kirmesgemeinde Arndtstraße / Prof.-Berger-Straße gelten. Im oberen Teil des letztgenannten Straßenzuges gab es nun jährlich eine lange Kaffeetafel, in deren Umfeld die Kirmes mit den dazugehörigen Ritualen gefeiert wurde. Von älteren Kirmesfreunden werden "Anekdoten" aus dieser Zeit noch gern zum Besten gegeben.

Unter Federführung von Joachim Herz (1934-1975) kam es zum nächsten Meilenstein. Die Beschaffung ausgemusterter Mannschaftszelte ermöglichte 1965 die erste Zeltkirmes auf dem "Günter-Picht-Sportplatz". Um 1970 führte der Kirmesbürgermeister Hans Greiling (1920-1978) die Geschicke des Vereins. Ihm folgte Gerhard Liebscher, der für mehr als zwei Jahrzehnte an der Spitze der Kirmesgemeinde stand und nach seiner aktiven Dienstzeit zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

In den 70er Jahren überließ uns der "Rat der Stadt" einen separaten Festplatz am Südrand des Sportgeländes. Ein Thekenfestbau wurde von unseren Mitgliedern in Eigenleistung errichtet. Bautätigkeiten dieser Art waren in der Mangelwirtschaft der DDR mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Ähnlich war die Situation in nahezu allen Bereichen, die der Durchführung der Kirmes dienten. Mit der politischen Wende waren diese Dinge nur noch Bestandteil der Geschichte. Doch neue Probleme tauchten auf. Haftungsfragen und die Organisationsform des Vereins standen auf der Tagesordnung und wurden im Kreis der Mitglieder heiß diskutiert. Mit eigener Satzung und der Eintragung im Vereinsregister wurden die Grundlagen zur weiteren Tätigkeit unter neuen Bedingungen geschaffen. 1994 kam es zu einem Generationswechsel im Vorstand. Heiko Zindler wurde zum Bürgermeister gewählt und bekleidete die Funktion 12 Jahre. Ihm folgte Stephan Dorl, der bis zu seinem Ableben im Jahr 2012 an der Spitze der Stadtberggemeinde stand. Klaus Perlet ist nun unser aktueller Bürgermeister. Eines seiner Ziele, die Verjüngung des Vorstandes, wurde bereits mit der Neuwahl im Frühjahr 2013 erreicht.

Jährlich werden 2 Versammlungen zur Vorbereitung der Kirmeswoche und eine Rechenschaftslegung zum Abschluss der Saison durchgeführt. Wandertage und die Teilnahme an zentralen Veranstaltungen runden unsere Aktivitäten ab. Zu anderen Kirmesgemeinden bestehen freundschaftliche Beziehungen, welche u. a. durch gegenseitige Besuche in der Festwoche gepflegt werden. Überregional wurden Kontakte in die Partnerstadt Münster und zum Wasunger Karneval ( WCV ) geknüpft. Auch hier kam es zu zahlreichen Aktivitäten. Genannt seien gegenseitige Besuche, die Teilnahme an Festumzügen und Gastauftritte diverser Akteure in den Abendveranstaltungen unserer Vereine.

Satzungsgemäß stehen die Traditionspflege und die Förderung von Kultur und Geselligkeit, unter Einbeziehung von Kindern und Senioren im Mittelpunkt der Vereinstätigkeit. In der Festwoche finden zahlreiche Höhepunkte statt, die neben dem traditionellen Ablauf auch Eigenschöpfungen enthalten, die mit den Jahren zu festen Bestandteilen im Kirmesprogramm gewachsen sind.

Im Verein sind derzeit rund 100 Personen organisiert. Damit zählen wir zu den mitgliederstärksten Kirmesgemeinden der Stadt.

Der Vorstand

Neben der Mitgliederversammlung ist der Vorstand ein weiteres Organ des Vereins, der sich in einen vertretungsberechtigten- und einen erweiterten Teil gliedert. Die Wahlperiode des Vorstandes beträgt 4 Jahre. Die gegenwärtige Besetzung nach Personen und Aufgabengebieten gestaltet sich wie folgt:

Daniela Dörfler Kirmesbürgermeisterin
Holger Zindler stellv. Kirmesbürgermeister
Frank Zachrich Schatzmeister
Markus Dorl stellv. Schatzmeister
Bianka Wei├čenborn Schriftführerin
Jens-Olaf-Herz Kirmesumzugsgestaltung

Erweiterter Vorstand:  
Heiko Zindler Programmgestaltung
Moritz Zindler Programmgestaltung
Thomas Bischof Technik
Marius Bischof Technik

Die Arbeit des Vorstandes, insbesondere die Kassenführung, wird durch die Revisionskommission überprüft. Ihr Bericht erfolgt jährlich, innerhalb der Rechenschaftslegung und zum Ende der Wahlperiode.

Heimat für Jung & Alt

Um den Nachwuchs für unser Volksfest zu begeistern, werden die Kids von Anfang an in den Kirmesablauf eingebunden. Traditionsgemäß sind hier die Kirmeskreise, das Kettenkleben und der Hahnenschlag zu nennen. Wenn auch die Lieder der Kirmeskreise nicht mehr schon Wochen vor dem Fest erklingen oder Tapetenreste und Mehlkleister zu Gunsten von Buntpapier und Klammerstäben weichen mussten, bleiben diese Bräuche dennoch die unbestritten Klassiker. Eine Vorführung des Kaspertheaters erwartet die kleinen Gäste am Sonntagnachmittag. Mit dem Kinderballett existiert seit einigen Jahren ein zusätzliches Betätigungsfeld für unsere Jüngsten.

Wer sich von diesen Dingen nicht mehr angesprochen fühlt, dem bleiben andere Aktivitäten. Vor zwei, drei Jahrzehnten war die "Disco" in der Arndtstraße ein Besuchermagnet. Heute nennt sich die Jugendveranstaltung "DM-Party", was sich (wie Insider wissen) nicht von einer Währung im Ruhestand, sondern vielmehr von einer Poplegende ableitet.

Viele unserer Mitglieder sind mit der Kirmesgemeinde gemeinsam aufgewachsen. Wer also seit seiner Kindheit unserem Verein die Treue gehalten hat, ist heute im Rentenalter oder zumindest nicht weit davon entfernt. Ein Großteil unserer älteren Vereinsfreunde haben sich seit Jahrzehnten aktiv eingebracht. Damit ist es nicht nur Tradition, vielmehr Bedürfnis eine abwechslungsreiche gelungenen Rentnerkirmes zu veranstalten. Der gemeinsamen Kaffeetafel folgen Auszüge aus dem Abendprogramm. Das Singen von Kirmesliedern und die Rostwurst sind natürlich weitere obligatorische Bestandteile der Rentnerveranstaltung. Die Einladung dazu richtet sich nicht nur an die eigenen Leute, sondern an alle Senioren des Einzugsgebietes.

Umzugsgestaltung

Die Planungen zur nächsten Saison beginnen bereits im alten Jahr. Oft bringen anstehende Jubiläen, die politische Lage oder kulturelle Ereignisse die Inspirationen zur Themenfindung. Eine Einschränkung auf ein wiederkehrendes Genre gibt es dabei nicht. Auf Uniformität wird jedoch zu Gunsten von Inhalten bewusst verzichtet. Wichtig erscheint uns die Einbindung aller Altersklassen, besonders unserer Kinder.

Eine Mischung aus humoristischen und tiefgründigen Zutaten wird dem Zuschauer mit den Mitteln der Satire dargeboten. Ein kritischer Umgang mit der "Welt außerhalb des Kirmeszeltes" ist dabei gewollt und garantiert dem Publikum am Straßenrand einen gewissen Wiedererkennungseffekt unserer Beiträge. Bereits in sozialistischen Zeiten wurden die Zustände im Staat auf´s Korn genommen. Umweltverschmutzung, fehlende Kulturangebote oder schlechte Einkaufskultur sollen hier Erwähnung finden. Beispielsweise haben wir damals handelsübliches Deko-Obst ( Südfrüchte aus Kunststoff ) als "Beratungsmuster" gepriesen oder mit der Vorstellung der "Schlüsseltechnologie-Rohbraunkohle"die Überlegenheit des Systems dokumentiert. So wurden mit Hohn und Spott, aber auch mit Anregungen die Freiräume gefüllt, die notgedrungen Duldung fanden. Auch die "Neuzeit" ist kein Ort der Glückseligkeit, so dass an vergangene Tage nahtlos angeknüpft werden konnte. Die Zustände in der Justiz, bürokratische Hemmnisse oder die Pisa-Studie seien erwähnt.

Nachdem nun ein passendes Thema gefunden ist, dienen die Wintermonate dazu, die ersten Gedanken mit Substanz zu füllen. Die Anfertigung oder Beschaffung von Kostümen und Accessoires schließen sich an. Bauten werden gezimmert und grafische Arbeiten erledigt. Die Endmontage auf Fahrzeuge, wie auch der sogenannte "Feinschliff", erfolgen dann am Samstag vor dem großen Spektakel. Einen Tag zuvor findet die letzte Besprechung statt, in der Informationen zum Ablauf des Festumzuges zu verkünden sind und noch offene Fragen geklärt werden. 10:00 Uhr ist dann der Abmarschtermin am Kirmessonntag . Nun kann der Stress langsam der Feststimmung weichen.
Weiteres zum Thema ist über den Button Umzugsarchiv abzurufen. Hier bieten wir einen Einblick in unsere Beiträge der vergangenen Jahre mit Fotomaterial und Sprechertexten.

Showprogramm

"Männerballett" ist der Klassiker unter den Programmeinlagen in unseren Tanzveranstaltungen. Unsere "Schippendeels" bringen das Zelt zum brodeln. Vergleicht man den Körperbau zu den Originalen, so sind die Abweichung genauso so gering, wie es die leichten Veränderungen in der Schreibweise vermuten lassen. Unsere "Boygroup" wird auch anderenorts gern gebucht. So befindet sie sich mit im Reisegepäck zum Wasunger Karneval. Das Repertoire reicht von "Schwanensee" bis zum "Hula-Hula" der Südsee. Auch die Auftritte in holländischen Trachten oder im Schottenkilt sind in guter Erinnerung. Das Erscheinungsbild bleibt bis zum ersten Kirmesauftritt geheim. Premiere war im Jahre 1998.

Doch unser Programm erschöpft sich bei weiten nicht im Auftritt des Männerballetts. Professionelle Darbietungen im Bauchtanz oder auch Vorführungen im Gardetanz, begeisterten das Publikum. Parodien auf Popgruppen, Stars und Sternchen der Unterhaltungszunft und Coverversionen diverser Sommerhits bringen seit Jahren die nötige Stimmung ins Zelt. Seit geraumer Zeit sind in Sachen "Showeinlagen" unsere Jüngsten eine ernstzunehmende Konkurrenz. So ist ein Beitrag des Kinderballetts Bestandteil im Abendprogramm an den Wochenenden.

Puppentheater

Der mittlerweile pensionierte Chirurg Dr. med. Hans-Erich Müller ist Initiator des jährlichen Puppenspiels im Kirmeszelt. Wer hier eine lustige Märchenstunde für die Jüngsten erwartet, wird enttäuscht. Zumindest die Abendvorstellung bleibt den "erwachsenen Kindern" vorbehalten, denn hier wird zeitkritische Satire vom Feinsten geboten. Geschichten die das Leben schreibt, aus Sicht des "Otto Normalverbrauchers", der sich in Hektik und Wirren unserer Zeit verfängt. In humorvoller Verpackung serviert, regt die Handlung zum Schmunzeln und Nachdenken gleichermaßen an. So sind u.a. die scheinbar nicht endenden Stufen der Gesundheitsreform beliebtes Thema unserer Theatergruppe. Seit 1992 geben sich Kasper ( H.-E.Müller ) und Gretel ( M.Zindler ) und die weiteren Mitstreiter am Kirmessonntag die Ehre. Da die hohe Besucherzahl während der Vorstellungen die Platzkapazität des Zeltes regelmäßig sprengte, gehen die Darsteller seit mehreren Jahren auf Tournee durch weitere Gemeinden.

Preisskat

Der Mittwoch Abend ist für Skatfreunde reserviert. 1965 wurde der Preisskat von Joachim Herz ins Leben gerufen und durch Werner Ulitzka als Spielleiter und Juror weitergeführt. Seit einigen Jahren teilt er sich diese Aufgabe mit Martin Zindler. Damit können beide Kirmesfreunde im jährlichen Wechsel auch aktiv am Spielgeschehen teilnehmen. Wenn auch schlechtes Wetter mitunter für leere Zelte sorgt, werden echte Skatfreunde von solchen Nebensächlichkeiten wie Gewitter oder Starkregen nicht abgeschreckt, ihrem Hobby zu frönen. So verwundert es nicht, dass sich mittlerweile ein festes Stammpublikum versammelt. Als Hauptpreis gab es so manch´ skurile Trophäe zu gewinnen. Da wäre z.B. an eine Kloschüssel zu erinnern. Was einen außenstehenden Betrachter der Altbundesländer vielleicht verwundert, weiß der "gelernte DDR-Bürger" zu deuten. Sanitärkeramik zählte zur klassischen "Bückware" und war damit heiß begehrt. Mit dem Zeitgeist haben sich auch die Preise verändert, die den Gewinnern (in Reihenfolge ihrer Platzierung) zur freien Auswahl stehen.

Kirmesbaumbeerdigung

Am Ende der Kirmeswoche wird das Fest symbolisch ( bis zur Auferstehung im nächsten Jahr ) zu Grabe getragen. Es handelt sich um eine tränenreiche und urkomische Zeremonie zugleich. Die Aktiven haben sich trauernd um den Sarg versammelt, während der Kirmespfarrer über die Sünden, Missgeschicke und sonstigen erwähnenswerten Begebenheiten berichtet, die sich während der Kirmes und deren Vorbereitungszeit zugetragen haben. In den Abgesang stimmen alle Kirmesfreunde mit ein. Wie erwähnt, handelt es sich um einen symbolischen Schlusspunkt. Tanz und Geselligkeit setzen sich bis zur "Polizeistunde" fort. Im kleinen Rahmen und mit gemindertem Geräuschpegel erklingen Lieder zum Gitarrenklang oft noch bis in den nächsten Morgen.

Bildergalerie

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